Das Theater Hof gastiert am Donnerstag, 10.05.12, um 20 Uhr , im Rosenthal-Theater Selb mit dem Stück
"Jetzt oder nie. Die Comedian Harmonists - Teil 2", im Theaterabo.
Im Mittelpunkt stehen die Lebensläufe der ersten sechs Gruppenmitglieder und ihre Versuche, in der Kriegs- und Nachkriegszeit Nachfolgegruppen auf die Bühne zu bringen. Getragen werden die Szenen von den unverwechselbaren Liedern über den stechenden Kaktus, wachsenden Spargel und nichtstuende Hühner, aber auch über Abschied und Aufbruch. Und der Bogen musikalischer Beziehungen spannt sich von Schubert und Rossini bis zu Duke Ellington. 1975 arbeitet der alte Harry Frommermann noch immer an der Idee, sein vocal orchestra einzuspielen. Seine Erinnerungen gehen zurück an die erste boy group aller Zeiten - die Comedian Harmonists. 1935 hat sich das kongeniale Sextett, dem drei jüdische Mitglieder angehörten, unter dem politischen Druck der Nazis getrennt. Die Erinnerungen des alten Harry werden zu Szenen: sechs ungleiche Charaktere versuchen als Musiker in einer extremen Zeit zu überleben und die geniale Formation in unterschiedlichen Besetzungen am Leben zu erhalten. Angefangen hatte alles mit einer winzigen Zeitungsanzeige, die der gerade erst volljährig gewordene Harry Frommermann am 18. Dezember 1927 im Berliner Lokalanzeiger aufgab. Harte Probenarbeit, Entbehrungen und Enttäuschungen führten fast zum Zerfall der Gruppe. Ganze zwei Jahre dauerte es, bis der kometenhafte Aufstieg begann. Die Comedian Harmonists hatten einen unverwechselbaren Stil gefunden: Schlager, Volkslieder, Klassik und Jazz in ungewöhnlichen Arrangements und einer vollendeten Harmonie der Stimmen. Die Begeisterung kennt keine Grenzen. Auf der Bühne, im Film, auf Schallplatten und im Radio, in ganz Europa und Amerika – überall sind die Comedian Harmonists präsent. Im Rausch des Erfolges nehmen sie die bedrohlichen Ereignisse in der deutschen Politik nicht ernst. Im Februar 1935 wird die Gruppe von den Nationalsozialisten verboten. Robert Biberti, Ari Leschnikoff und Erwin Bootz bleiben in Deutschland und ergänzen sich zum "Meistersextett". Zu der großen, nie überwundenen Schwierigkeit das Niveau der Vorgänger zu erreichen, treten Probleme der Repertoire-Gestaltung, denn die Aufführung von Stücken jüdischer Komponisten und Texter war verboten.
Harry Frommermann, Erich A. Collin und Roman Cykowski verlassen Deutschland, gründen eine neue Gruppe und haben im Ausland großen Erfolg. Beide Nachfolgegruppen lösen sich 1941 endgültig auf. Ihre Musik und ihr Schicksal gerieten in Vergessenheit.
Eine Revue über Trennungen, Freundschaft, Opportunismus, die Kunst der Unterhaltung und das Überleben in böser Zeit.
Eintrittskarten für
"Jetzt oder nie. die Comedian Harmonists - Teil 2", am
10.05.2012, um 20 Uhr, im Rosenthal-Theater Selb gibt es nur in Selb (Herta´s Lederwaren, Ludwigstr. 35, Tel. 09287/87568). Infos: Kulturamt Stadt Selb, Tel. 09287/883-119 und 883-125, email:
kulturamt@selb.de, Internet:
www.selb.de