Firma Gräf investiert 1,2 Millionen Euro
Der bayerische Verbraucherschutzminister Dr. Werner Schnappauf hat am Wochenende der Höchstädter Firma Gräf Granit einen kurzen Besuch abgestattet und dabei Firmenchef Roland Gräf den erhofften Förderbescheid für die geplanten Investitionsmaßnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro überreicht.
Die Firma Gräf Granit GmbH plant in Höchstädt den Neubau eines Containerterminals und einer Logistikhalle mit einer Fläche von 600 Quadratmetern. Diese Umschlaghalle für den Import und die Anschaffung von neuester Technik für die Steinbearbeitung wie Fünffach-CNC –Fräs- und Schleifmaschinen fördern die gute Marktposition des Höchstädter Unternehmens und sichern die bestehenden Arbeitsplätze, wie Firmenchef Roland Gräf erläuterte. Die geplante Investitionshöhe betrage 1,2 Millionen Euro. Der Freistaat habe eine Förderung von 30 Prozent zugesagt.
Firmengründer Albin Gräf schilderte Minister Dr. Werner Schnappauf, Landtagsabgeordnetem Dr. Karl Döhler, dem Oberbürgermeister Wolfgang Kreil sowie dem Wirtschaftsförderer der Stadt Selb, Oliver Weigel, in kurzen Zügen die Firmengeschichte seit der Gründung im Jahr 1963. Damals habe man sich gegen 30 andere Betriebe in der Region durchsetzen müssen, sage Gräf. „Mittlerweile sind davon zwei Familienbetrieb übrig geblieben.“
Firmeninhaber Roland Gräf nannte einige Zahlen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Die wöchentlich bearbeitete Steinmenge belaufe sich auf 60 Tonnen, die an Kunden in ganz Deutschland ausgeliefert werde.
Insgesamt verfüge die Firma Gräf Granit über einen festen Stamm von 700 Kunden, die Wertschöpfung des Unternehmens liege bei 70 Prozent, antwortete Roland Gräf auf eine entsprechende Frage des Ministers. Überwiegend verarbeite der Familienbetrieb in der dritten Generation Rohmaterial aus der ganzen Welt. Der einheimische Fichtelgebirgsgranit sei momentan höchstens als Material für Straßenbau und Gartenanlagen gefragt. Roland Gräf schilderte den derzeitigen Trend mit den Worten: „Je verrückter ein Material aussieht, desto besser verkauft es sich.“ Aus diesem Grund sei der Junior der Firma, Christian Gräf, mit dem Einkauf aus dem asiatischen Raum betraut und daher viel in Indien und China unterwegs.
Der Juniorchef schilderte dem Minister die schwierige Wettbewerbssituation am Weltmarkt. Allein im chinesischen Hauptabbaugebiet beschäftigten 3000 Betriebe 130000 Arbeiter zu einem maximalen Tageslohn von zwei Euro. Das Angebot aus China umfasse jegliche Artikel von der Rohware bis zum fertigen Produkt aus Stein zu konkurrenzlos billigen Preisen. Christian Gräf wies besorgt auf die kritische Situation vieler heimischer Unternehmen hin. „Man muss vor dem wirtschaftlichen Druck aus China Angst haben. Wenn die Eu nicht bald reagiert, machen die uns platt“, sagte er. Roland Gräf fügte noch hinzu, dass auch zunehmende bürokratische und wirtschaftliche Probleme bei der Einfuhr aus dem Ausland hinzukämen. Dr. Werner Schnappauf bestätigte dies. „Die Wirtschaft ruft nach einheitlichen Regeln innerhalb der EU.“ Die Einheitlichkeit müsse dringen hergestellt werden, da es sonst zu Wettbewerbsverzerrungen komme.
Der Staatsminister schilderte auch kurz seine Eindrücke von seiner letzten Reise nach China. Dieses Land verfüge momentan über eine unglaubliche wirtschaftliche Dynamik. Das wahnsinnige Wirtschaftswachstum fordere aber auch seinen Tribut. „Die Umweltprobleme und das soziale Gefälle zwischen Stadt- und Landbevölkerung bergen enormen Zündstoff in sich“. Schnappauf hielt es für bewundernswert, wie sich die Unternehmerfamilie Gräf über die Jahre behauptet habe.
Der Oberbürgermeister der Stadt Selb, Wolfgang Kreil, wies auf die enormen Anstrengungen des Wirtschaftsförderers der Stadt Selb, Oliver Weigel, und des Landtagsabgeordneten Dr. Karl Döhler hin. Obwohl für Höchstädt eigentlich die Wirtschaftsförderung im Landratsamt Wunsiedel zuständig gewesen wäre, sei die Stadt Selb gern in die Bresche gesprungen. Schließlich profitiere die Stadt Selb auch von den umliegenden Gemeinden. Allerdings, so betonte Kreil, sei er auf Dauer nicht bereit, die Untätigkeit des Landratsamtes an der wirtschaftlichen Front zu akzeptieren. Kreil: Wunsiedel soll seiner Aufgabe nachkommen und die Wirtschaftsförderung auch wirklich betreiben.“
Im Anschluss trug sich Minister Schnappauf in das Goldene Buch der Gemeinde Höchstädt ein.
Staatsminister Dr. Werner Schnappauf überreichte den Förderbescheid höchstpersönlich. Im Bild-Gruppe (vorne links): Höchstädts Bürgermeister Rudolf Reichel, Selbs Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, Juniorchef Christian Gräf, Firmengründer Albin Gräf, Wirtschaftsförderer Oliver Weigel, Staatsminister Dr. Werner Schnappauf, Firmeninhaber Roland Gräf, Christiane Gräf und Landtagsabgeordneter Dr. Karl Döhler
Quelle: Selber Tagblatt