Bayerischer Wirtschaftsminister Erwin Huber besucht Selber Firmen
Der Bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber stattete jetzt drei Selber Firmen einen Besuch ab. Bei den Gesprächen in den Unternehmen Netzsch-Gerätebau, Textilveredelung Drechsel und H.C. Starck ging es um das Bekenntnis zum Standort Selb und die Förderung geplanter Investitionen.
„Ich hol für Selb den letzten Euro aus der Staatskasse!“ versprach Erwin Huber bei einem Gespräch mit der Geschäftsführung der Textilveredelung Drechsel. Der Staatsminister kam am Mittwoch in die Porzellanstadt und wurde bei seiner Tour durch drei Selber Firmen von dem Landtagsabgeordneten Dr. Karl Döhler, Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, Wirtschaftsförderer Oliver Weigel und dem zweiten Bürgermeister Dr. Hermann Friedel begleitet.
Die Entwicklung der Firma Netzsch-Gerätebau GmbH bildete den Auftakt. Die Geschäftsführung bekannte sich deutlich zum Standort Selb und sicherte zu, dass ein Ausbau der hiesigen Zentrale erfolgen soll. Das Unternehmen entwickelt sich positiv: in den vergangenen drei Jahren wurde der Umsatz um 46 Prozent gesteigert. Ferner soll eine zusätzliche Lehrstelle im Labor geschaffen werden.
Bei der Textilveredlung Drechsel stand insbesondere die Frage nach einer möglichen Förderung einer geplanten Erweiterung im Raum. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, möchte die Firma den Bereich der technischen Textilien weiter ausbauen und dabei auch auf die moderne Nanotechnologie zurückgreifen. Hierfür ist eine neue Anlagen- und Verfahrenstechnik von Nöten, die aber in den bestehenden Gebäuden nicht mehr untergebracht werden kann. Daher ist ein Neubau erforderlich. Dr. Ernst Drechsel erklärte Staatsminister Huber, dass die Firma plane, in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro zu investieren. Da das Projekt allerdings zu groß ist, um es alleine zu schultern, hat das Unternehmen im Dezember einen Antrag auf Gewährung öffentlicher Investitionshilfen gestellt. Erwin Huber äußerte sich zuversichtlich über die Förderung: „Wer forschungsorientiert arbeitet, der sollte auch darin unterstützt werden. Soweit ich das jetzt beurteilen kann, sind alle Voraussetzungen für eine Förderung gegeben“. Im Gespräch mit Erwin Huber bekannten sich Ernst und Bernd Drechsel zum Standort Selb, es werde aber trotzdem der Aufbau eines zweiten Produktionsstandortes in Tschechien geprüft. Gründe dafür sind vor allem die niedrigeren Personal- und Energiekosten. Mit der Unterstützung des Freistaates und der Regierung von Oberfranken könnten aber die geplanten Neuinvestitionen in Selb durchgeführt und auch die dort vorhandenen 100 Arbeitsplätze gesichert werden.
Das letzte Ziel seiner Selb-Tour war für Erwin Huber die Firma H.C. Starck. Im November vergangenen Jahres hat der Bayer-Konzern seine Tochtergesellschaft H.C. Starck für rund 1,2 Milliarden Euro an ein Konsortium aus den beiden Finanzinvestoren Advent International und Carlyle Group verkauft. Erwin Huber bekam zunächst bei einer Betriebsführung einen Einblick in das Unternehmen, das weltweit mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigt. In den darauffolgenden Gesprächen mit der Geschäftsführung galt es heraus zu finden, was die Finanzinvestoren mit der Firma planen. Die Geschäftsführung kündigte an, man wolle über eine Million Euro in die Brennstoffzellenfertigung investieren. Erwin Huber sage H.C. Starck daraufhin zu, die Investition zu einem Drittel aus EU Mitteln zu fördern.